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Weckt in mir Unbehagen...
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...aber nicht wegen der geschilderten Gräueltaten, sondern weil ich es von vorne bis hinten unglaubwürdig und übertrieben finde. Einfach nur eine Aneinanderreihung verschiedenster Foltermethoden, die zu kühl beschrieben werden,um irgendwie schocken zu können. Sicher hat dieser Mann früher schreckliches erlebt und nur die wenigsten von uns können sich so etwas vorstellen. Nur hilft mir dieses Buch leider nicht wirklich dabei. Hätte es nicht gereicht, aus Sicht eines 40jährigen über seine Kindheit zu schreiben, über die Dinge, an die er sich erinnert und die Gefühle, die er jetzt mit 30 Jahren Abstand fühlt?? Stattdessen versucht er, aus Sicht des damaligen Jungen zu schreiben, wobei er viele Stellen natürlich ausschmücken muss und man nie weiß, ob man jetzt die Gefühle eines 11jährigen vor sich hat oder doch den Psychoanalysen eines 40jährigen folgt. Ich finde es schade, dass man es nötig hat, selbst mit so einer Vorgeschichte immer noch auf die Vermarktung zu schauen und zu diesem Zweck Wahrheit und Fiktion so zu vermischen! Zweiter negativer Nebeneffekt: Dadurch, dass er die Ereignisse zu schlimm und sich selbst zu stark und mutig stilisiert (erste Selbstmordgedanken kommen ihm nach jahrelanger schlimmster Folter erst zum Schluss des Buches, weil es die Spannungskurve ja so vorsieht...), gibt er allen Menschen mit "kleineren" Problemen wie Liebeskummer, Depressionen oder schwerer Krankheit das Gefühl, zu schwach zu sein, wenn diese an Suizid denken...
Ich werde dieses Buch leider schnell wieder vergessen haben...nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich über das HappyEnd für Dave Pelzer und werde sicher nie die Augen vor Kindesmisshandlung in meinem Umfeld verschließen.
Eine Rezension von richie92 >
vom 21. Juni 2010 |