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| Die Mohns: Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern. Die Familie hinter Bertelsmann
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Contra "Beschönigt"
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Die Mohns: Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern. Die Familie hinter Bertelsmann (Taschenbuch) Bei manchen Rezensionisten fragt man sich, ob das Buch, über das er geschrieben hat, tatsächlich gelesen wurde. Thorsten Schmidberger kritisiert "Die Mohns" von Thomas Schuler in seiner Rezension vom 14.12.2005 , die Nähe der Mohns zum Naziregime beschönigt, nein, totgeschwiegen zu haben. Der Vorwurf ist mir völlig schleierhaft, weil das Buch im Kern von genau diesen Vorwürfen handelt und genau diese Geschichte auf weit über 100 der 380 Seiten im Detail ausbreitet. In "Die Mohns" wird die Rolle Heinrich Mohns deutlich: Er dachte, er könne Gott dienen, indem er den Nazis dient. Der Autor beschreibt ihn als Verleger "zwischen Gott und Führer". Mehr noch. Es wird erzählt, wie Heinrich Mohn und sein Sohn Reinhard Mohn später die Legende vom Widerstandsverlag aufbrachten, wie der Sohn und sein Unternehmen diese Legende bis in die Neunziger Jahre hinein pflegten, wie sie dann als Lüge entlarvt wurde und wie Bertelsmann dann diese Lüge vertuschen bzw. die Berichterstattung darüber behindern wollte. Der Autor erzählt abwechselnd die Geschichte der Mohns und die Geschichte von Bertelsmann. Daraus ergibt sich der Reiz des Buches, das somit viel mehr ist als eine Familiengeschichte hinter dem Konzern. In meinen Augen ist das Buch beides: eine Geschichte vom Aufstieg des Unternehmens und eine Geschichte der Familie Mohn dahinter. Aus dieser Erzählstruktur ergibt sich, dass ausführlich nicht nur der Beitrag der Familie Mohn zur Expansion von Bertelsmann berücksichtigt wird, sondern auch, dass gezeigt wird, dass Vertriebsleiter Fritz Wixforth und andere Manager maßgeblichen Anteil an der Expansion vor, während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg hatten. Auch dieser entsprechende Vorwurf (dass die Rolle der Manager nicht berücksichtigt sei) ist also totaler Quatsch! Man muss das so deutlich sagen. Ebenso verhält es sich mit der Expansion des Leserings, der heute Club heißt: Die Wurzeln des Clubs während der Nazizeit sind ebenfalls ausführlich beschrieben und genauso der Aufbau nach dem Krieg. Zu lesen ist schließlich auch, wie Liz Mohn von ihrem Mann Reinhard gelernt hat, wie man Legenden in die Welt setzt: Mit ihren Memoiren macht sie es ihm nach. Auch sie strickt Legenden über ihr Familienleben, die im Buch Schulers widerlegt werden. Auch hier beschönigt und verschweigt der Autor nichts. Im Gegenteil: Er macht Bertelsmann zu dem transparenten Unternehmen, als das sich Bertelsmann gerne sieht. Transparenter als Bertelsmann lieb ist.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Dezember 2005 | | | | | | | |
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