Eine Frage der Ehre: Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944
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Sehr gute Einführung
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Christian Graf von Krockow hat eine sehr lesenswerte Biographie von Stauffenberg geschrieben. Er zeigt auf, warum sich der zunächst begeisterte Hitler-Anhänger zum Widerständler wandelte. Besonders eindrucksvoll ist es, dass Krockow aufzeigt, wie mutig die Entscheidung, gegen Hitler ein Attentat zu verüben, gewesen ist. Denn bei einem Fehlschlag bezahlte man im totalitären Staat mit dem eigenen Leben. Es war in der Tat eine Frage des Gewissens. Ähnlich eindringlich wie Marion Gräfin Dönhoff in ihrer fast gleichnamigen Publikation: "Um der Ehre willen" (überhaupt habe ich den Eindruck, dass diese beiden persönlich befreundeten und aus demselben ostpreußischen Milieu stammenden Schriftsteller viele geistige Gemeinsamkeiten hatten)zeigt Krockow auf, dass die Widerständler ein besseres, ein moralischeres Deutschland wollten - und alles taten, um das Land von Hitler zu befreien. Wie schwierig es war, die eigenen Skrupel zu überwinden, den auf Hitlers Person geschworenen Eid zu verletzen und die Tat zu wagen, weil sich derjenige, auf den der Eid geschworen war, als skrupelloser Verbrecher erwies, der das Land in den Abgrund führte, zeigt Krockow - wie Frau Dönhoff - auf. Das Attentat musste trotz geringer Erfolgsaussichten (das Dritte Reich war ein totalitäter Staat)gewagt werden, um, wie Henning von Treskow, einer der Mitverschworenen sagte, vor der Welt zu zeigen, dass Deutsche konnte, dass Deutsche diesen mutigen Schritt gewagt hatten. Auch der schmerzliche Wandlungsprozess Stauffenbergs vom Hitler-Bewunderer zum erbitterten Gegner wird gut dargestellt.

Wie in seiner sehr gut lesbaren Hitler-Biographie beschäftigt Krockow die Frage, wie es möglich war, dass die Deutschen Hitler verfallen sind, dass diese Kulturnation ein solch barbarisches Regime erhielt. Sehr interessant die Erörterung der Frage, was zu tun ist, damit Hitler nicht wiederkehren kann und damit solche "Helden" wie Stauffenberg nicht mehr notwendig sind. Es bleibt zu hoffen, dass die politische Reife und das demokratische Bewußtsein der Deutschen so weit ausgeprägt ist, dass auch in wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten ein Rattenfänger wie Hitler keine Chancen mehr erhält. Denn dies ist das wichtigste an diesem Buch: es zeigt noch einmal für seine Zielgruppe - in erster Linie junge Leute - auf, wie wichtig es ist, die Entstehung einer totalitären Diktatur zu verhindern. Denn - so Krockow zu recht - wenn diese erst einmal etabliert ist, ist es fast unmöglich, sie von innen zu beseitigen. Auch dies zeigt der 20. Juli 1944, der hunderte von unschuldigen Opfern gefordert hat. Insgesamt ein eindrucksvolles Buch, wenn auch nichts "Neues" geliefert wird, was der Autor nicht in früheren Publikationen angesprochen hätte oder was Marion Gräfin Dönhoff und andere - hervorragende Stauffenberg-Biographen, wie Peter Hoffmann, bereits in ihren Schriften dargestellt haben. Trotzdem: gerade für Jugendliche, aber auch für jeden politisch Interessierten nach wie vor äußerst lesenswert.
Eine Rezension von Bernhard Nowak "bnowak8673" >
vom 26. Februar 2004
Kundenrezensionen:
4. Wieder einge gelungene Geschichtsstunde
3. Sehr gute Einführung (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Hier wird einem Geschichte nähergebracht
1. Besonders für junge Leser zu empfehlen
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